Deutsche Sprache, frauenfeindliche Sprache?

In letzter Zeit regt es mich immer mehr auf, dass die deutsche Sprache immer öfter kaputt femisiert wird.
Überall findet man gegenderte Sprache und langsam kotzt es mich an. Texte werden unlesbar, weil doch ein man überall ein ~Innen findet oder möglichst neutral geschrieben wird. Okay neutral zu schreiben geht ja noch, aber oftmals werden Wörter zweckendfremdet, wie zum Beispiel der Begriff „Studierende“, gemeint ist heutzutage alle an einer Hochschule eingeschriebene Personen, die eigentliche Bedeutung ist allerdings Personen die momentan studieren, also lernen, Vorlesungen besuchen, recherchieren und so weiter. Gemeint ist eben die Vorgangsbeschreibung, nicht das bestimmende Attribut für die Personengruppe.

Was mich grade dazu treibt diesen Beitrag zu schreiben ist die Rede von Florian Zumkeller-Quast (@branleb) auf dem Bundesparteitag 2014.1 der Piraten, in der er von Bürgern und Arbeitnehmern spricht und dafür auf Twitter angegriffen wird, dass er Frauen nicht berücksichtige. Ich war live bei dieser Rede dabei und fühlte und fühle mich nicht diskriminiert. Vor allem da er von Bürgern und Bürgerinnen usw. redet…

Ich kann ja verstehen, wenn jemand es nicht mag, dass in der Deutschen Sprache die weibliche Form wenig verwendet wird, aber so ist diese Sprache nun einmal gewachsen und geprägt. Die Sprache dann zu verstümmeln und kaputt zu gendern, will nicht in meinen Kopf gehen. Ich finde es sieht scheiße aus wenn man von BürgerInnen, Bürger_innen, Bürger/Innen, Bürger*innen oder weitere Alternativen in einem Text lesen muss. Es hört sich oft doof an.

Die ganzen Gender-Diskussionen mag ich persönlich nicht und wenn ich etwas schreibe und mal kein ~Innen dran hänge ist das oft beabsichtigt und hat nichts mit Diskriminierung zu tun. Ich rede und spreche in den meisten Fällen irgendwie Deutsch, mal mit mehr oder weniger Rechtschreib- und Grammatikfehlern, aber das generische Maskulinum ist für mich normal und muss nicht ersetzt werden.

Im Englischen ist es einfacher, hier meist eh die weibliche Form gewählt wird. In anderen Sprachen vielleicht auch, aber das weiß ich nicht, da ich keine andere Sprache spreche bzw. schreibe, von vereinzelten Wörtern und Sätzen des Dänischen einmal abgesehen.

Weitere Infos zu Geschlechtergerechte Sprache gibt es auf Wikipedia.

Hier noch einmal die Rede von Florian Zumkeller-Quast:

Twitter Verlauf als Bild:
Twitterverlauf

Ach ja zu dem Twitterverlauf habe und werde ich nichts weiter posten.

Da ich einige Fehler festgestellt habe und mir die eine oder andere Formulierung noch nicht so ganz gefiel, habe ich den Beitrag entsprechend angepasst. Es kann daher sein, dass sich Zitate in Kommentaren auf eine veraltete Version beziehen.

5 Gedanken zu „Deutsche Sprache, frauenfeindliche Sprache?“

  1. Da fragt man sich doch ernsthaft, ob derartige Feministinnen sich selber nicht mehr als Mensch bezeichnen. Immerhin ist es auch ein generisches Maskulinum.
    Ich finde vielmehr das Feminisieren sexistisch als das Verwenden des generischen Maskulinums.

    1. Bloss weil ein Wort grammatikalisch maennlich ist, ist es nicht das gleiche wie das sog. generische Maskulinum. Bei dem wird bewusst die maennliche Variante eines Wortes gewaehlt, obwohl auch eine weibliche existiert. Ansonsten kann ein Wort unabhaengig von dessen gramatikalischem Geschlecht durchaus neutral sein [bspw. Gast, Person, Mensch, Mitglied].

      /klugscheiss

      1. Das mag sein, änder aber nichts an der Tatsache, dass das Wort „Mensch“ einen maskulinen Artikel mit sich trägt. Ich sehe mich als Frau (btw. Mathematiker, Software-Entwickler, ehemalige Schiedsrichter, Boxer und Schwertkämpfer – ich bin quasi der bildliche Inbegriff der Emanzipation, da ich mich fast ausschließlich in überwiegend „männlichen Gefilden“ herum treibe) in die Sammelbegriffe Bürger, Mensch und Arbeitnehmer durchaus eingeschlossen.

  2. „Ich kann ja verstehen, dass man es nicht mag das in Deutschen Sprache die weibliche Form oft nicht verwendet wird, aber so ist diese Sprache.“

    „Ich kann ja verstehen, dass dieser Staat blöd ist, aber so ist der Staat halt.“

    „Ich kann ja verstehen, dass die Apartheit Menschen diskriminiert, aber so ist das halt.“

    „Ich kann ja verstehen, dass ArbeitnehmerInnen zu wenig verdienen, aber so ist das halt.“

    Merkst du was?

  3. Die Grundform ist nicht die maskuline Form, sondern andersherum die maskuline Form ist (oft) mit der Grundform identisch. Für die feminine Form wird dann halt ein „in“ drangehängt. Ideal ist das nicht. Aber statt nun die Grundform durch sprachliche Freddy Krugers wie das Anhängsel „Innen“ oder gar die umständliche getrennte Aufzählung beider Geschlechter zu ersetzen, wäre es doch viel sinnvoller, die männliche Form zu ersetzen. Zum Beispiel, in dem man an die Grundform ein „er“ hängt, analog zur „in“ in der weiblichen Form.

    Statt beispielsweise das geschlechtsneutrale (sich aber leider mit der männlichen Form überschneidende) „Bürger“ durch Gräueltaten an der Deutschen Sprache wie „BürgerInnen“ (ugh) oder das umständliche „Bürger und Bürgerinnen“ zu ersetzen, wäre es IMO weit sinnvoller, „Bürger“ als geschlechtsneutrales Wort beizubehalten, und die Geschlechtsformen dafür zu (beispielsweise) „Bürgerer“ und „Bürgerin“ zu ersetzen. Die männliche Form also nach den gleichen Regeln (geschlechtsspezifisches Anhängsel) zu bilden wie die weibliche.

    Ob das so notwendig ist weiß ich nicht, als Kerl fällt mir das Problem schließlich weniger auf. Ich muss aber sagen dass ich es ganz angenehm finde, wenn weibliche Autoren (also, Autoren als geschlechtsneutrale Berufsbezeichnung, nicht transsexuelle weibliche Autorenmänner) pauschal die weibliche Form verwenden und damit das Spiel umdrehen.

    (Dass diese Unterscheidung zwischen Grundform und männlicher Form so vielen bei dieser Diskussion entgeht, ist für mich übrigens ein Zeichen von Oberflächlichkeit. Würden diese Frauen sich auch echauffieren, wenn man sie als Mensch und nicht MenschIn bezeichnete? Oder merken sie da dann plötzlich doch, dass kein spezieller männlicher Mensch gemeint ist, sondern die Gruppe Mensch als Ganzes?)

    Weiterhin finde ich den Verfall von Satzbau und Interpunktion mindestens genauso schlimm: Hier wird über sprachliche Ungenauigkeiten, Ungleichheiten, kurz: über sprachliche Differenzierung diskutiert. Und dann werden Kommas eingespart und Fragen ohne Fragezeichen beendet, wie von Blumenkind im Twitter-Screenshot demonstriert. Ernsthaft? Wie kann man denn allen Ernstes sprachliche Feinheiten ankreiden, wenn man selbst nicht mal imstande ist die vorhandenen sprachlichen Möglichkeiten zu nutzen?

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